„Ich will meine Liebe zum Basketball vermitteln“

Eigentlich wollte Corina „Coco“ Kollarovics Profibasketballerin werden, aber nach einer schwerwiegenden Verletzung musste sie diesen Traum aus ihrem Kopf verbannen und sich neu fokussieren.  „Ich habe mir einen Knorpelschaden im Sprunggelenk zugezogen und musste deshalb mit Basketball aufhören. Danach habe ich mich auf das Coachen konzentriert“, beschreibt Kollarovics ihren Weg vom Spielfeld zur Trainerbank. Mit einem neuen Lebensziel vor Augen startete die junge B-Lizenz-Trainerin des Sportbund Rosenheims durch.

„Bevor ich in Rosenheim war, habe ich schon in meinem Heimatverein TSV Gersthofen diverse Jugendmannschaften trainiert“, erklärt Kollarovics wann ihre die Liebe zum Coaching zum ersten Mal bewusst wurde.  Aufgrund ihres Studiums ging es für die 34-Jährige dann von Augsburg nach Rosenheim. „Ich studiere Innenausbau, das gibt es nur hier“, so Kollarovics. „Als ich in Rosenheim ankam, wurde ich gefragt, ob ich nicht nebenbei als Trainerin arbeiten möchte“, fährt sie fort, „Ich habe dann mit der U13w angefangen und plötzlich war ich Co-Trainerin bei unseren Damen, die damals noch Regionalliga gespielt haben.“ Die Trainerposition half das Studium zu finanzieren, zu mindestens teilweise.

Aktuell trainiert die gebürtige Augsburgerin die weibliche u16 Mannschaft, das Kooperationsteam zwischen dem Bundesligisten TSV Wasserburg und dem Sportbund DJK Rosenheim. Um die jungen Mädchen in der Region optimal zu fördern haben sich die beiden großen Vereine schon vor einiger Zeit zusammengeschlossen. Und das Konzept geht auf. Im Jahrgang 2003 befinden sich derzeit drei Rosenheimer Mädchen in der Bayernauswahl. Suela Avdiu, Lea Schack und Johanna Jäger verbindet nicht nur die Liebe zum Basketball, sondern auch die gemeinsame Ausbildung die sie in Rosenheim durchlaufen sind. Die 34-Jährige trainiert nicht nur die weibliche u16, sondern koordiniert altersübergreifend den ganzen weiblichen Nachwuchsbereich beim Sportbund Rosenheim und gibt die Richtung und die Eckpfeiler der Ausbildung vor.

Kollarovics Arbeit findet nicht nur in der Region, sondern in ganz Deutschland höchste Anerkennung. Im Sommer wurde sie in das Trainerteam der deutschen u15 weiblich Nationalmannschaft berufen, reiste mit dem Team auf Lehrgänge und Turniere nach Litauen und Dänemark und ist auch bereits für 2018 wieder angefragt für den Deutschen Basketballbund tätig zu werden. Darüber hinaus betreut sie die u15 Bayernauswahl und arbeitet im deutschlandweiten Nachwuchsprogramm des DBB „Talente mit Perspektive“ mit.

„Vor allem die Arbeit mit Jugendlichen fasziniert mich am Trainersein. Ich versuche den Mädels dabei zu helfen, ihre sportlichen Ziele zu erreichen und ihnen meine Liebe zum Basketball zu vermitteln. Zu sehen wie sie sich über die Jahre entwickeln, finde ich super“, erklärt Kollarovics.

Wie wertvoll die Erfahrung, das Netzwerk und das Engagement von „Coco“ sind, sieht man an den beiden Bundesligamannschaften des TSV Wasserburg. Sophia Perner und Sophia Fels stammen beide aus der Rosenheimer Talentschmiede und spielen mittlerweile eine tragende Rolle in der zweiten Bundesliga. Die u18-Nationalspielerin Sophie Perner steht sogar im Kader der ersten Mannschaft.

„Wir sind wahnsinnig stolz auf ihre Arbeit im weiblichen Nachwuchsbereich“, freut sich Abteilungsleiter Christian Hlatky. „Wir haben viel in die Ausbildung und Weiterbildung unserer Trainer investiert, dass diese Arbeit so viele Früchte trägt, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

„Ich habe schon mehreren Spielerinnen geholfen den Sprung in die höhere Mannschaft zu schaffen“, sagt Kollarovics über ihre größten Erfolge. Auch Ziele hat die 33-Jährige: „Ich möchte eine Plattform für Mädchen aufbauen, die nicht mit 16 Jahren schon Bundesliga spielen können. Es sollte eine Mannschaft, die die Mädchen optimal an den Profibasketball heranführt“.

Wer Corina „Coco“ Kollarovics kennt, der weiß, dass sie auch dieses Ziel im Handumdrehen in die Realität umsetzt.

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